Irland im Ryder-Cup-Fieber: Warum die grüne Insel für Golfer jetzt besonders spannend wird

Adare Manor Carriage House
Foto: Jack Hardy
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Im September 2027 kehrt der Ryder Cup nach Irland zurück. Doch schon zwölf Monate vorher beginnt auf der grünen Insel die große Einstimmung. Mit dem Walker Cup in Lahinch, den Irish Open in Doonbeg und einer Vielzahl außergewöhnlicher Golfplätze entlang der Atlantikküste dürfte Irland in den kommenden Monaten zu einem der spannendsten Reiseziele für Golfer werden.

Golf in Irland braucht eigentlich keinen Ryder Cup, um attraktiv zu sein. Linksplätze zwischen Dünen und Atlantik, kleine Clubhäuser mit viel Geschichte und einige der renommiertesten Courses Europas sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass die Insel auf der Wunschliste vieler Golfer weit oben steht.

Trotzdem dürfte der Blick der internationalen Golfwelt in den kommenden zwölf Monaten noch etwas häufiger Richtung Westen wandern.

Denn im September 2027 findet im Adare Manor in der Grafschaft Limerick der Ryder Cup statt. Europa und die USA treffen dann bei einem der emotionalsten Mannschaftswettbewerbe des Sports aufeinander.

Für Irland ist die Veranstaltung gleichzeitig die Chance, zu zeigen, dass sich ein Golftrip auf die Insel nicht nur wegen eines einzigen Turniers lohnt.

Der Weg zum Ryder Cup führt über die irische Westküste

Schon im September 2026 stehen mehrere Veranstaltungen auf dem Programm, die einen Vorgeschmack auf das Ryder-Cup-Jahr liefern.

Besonders interessant wird es am 5. und 6. September, wenn der Walker Cup erstmals im Lahinch Golf Club ausgetragen wird.

Der Wettbewerb zwischen den besten Amateuren aus den USA sowie Großbritannien und Irland blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Dass ausgerechnet Lahinch erstmals Gastgeber ist, passt hervorragend zum Charakter des Turniers.

Der Golfplatz an der Westküste Irlands zählt zu den großen Namen des europäischen Links Golf. Dünen, Atlantikwind und die teilweise spektakuläre Platzführung sorgen dafür, dass eine Runde hier selten vorhersehbar bleibt.

Lahinch ist dabei nicht nur wegen seiner sportlichen Qualität interessant. Der Ort verkörpert vieles von dem, was Golfer an Irland schätzen: Golf gehört hier nicht als touristisches Zusatzangebot dazu, sondern ist Teil der lokalen Kultur.

Doonbeg rückt bei den Irish Open ins Rampenlicht

Kaum ist der Walker Cup beendet, folgt das nächste große Turnier.

Vom 10. bis 13. September 2026 werden die Amgen Irish Open im Trump International Golf Links Doonbeg ausgetragen. Der Platz liegt ebenfalls an der irischen Westküste und fügt sich spektakulär in die Dünenlandschaft am Atlantik ein.

Die Irish Open gehören seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Golfturnieren des Landes. Regelmäßig nutzen internationale Topspieler das Turnier, um auf einem der charakteristischen irischen Plätze anzutreten.

Für reisende Golfer hat der Austragungsort einen zusätzlichen Reiz: Lahinch und Doonbeg liegen beide an der Westküste und lassen sich hervorragend in eine Golfreise entlang des Wild Atlantic Way integrieren.

Wer einige zusätzliche Tage einplant, findet in dieser Region zahlreiche weitere Courses, die teilweise deutlich weniger bekannt, aber keineswegs weniger reizvoll sind.

Adare Manor: Ryder Cup auf einem anderen irischen Golfplatz

Beim Gedanken an Golf in Irland erscheinen schnell Bilder von Dünen, tiefen Topfbunkern und Fairways direkt am Meer.

Der Austragungsort des Ryder Cup 2027 zeigt jedoch eine andere Seite des irischen Golfs. Der Course von Adare Manor ist ein aufwendig gestalteter Parkland-Platz. Das historische Anwesen in der Grafschaft Limerick bildet dabei eine außergewöhnliche Kulisse.

Der Golfplatz wurde von Tom Fazio umfassend überarbeitet und gezielt auf höchste internationale Ansprüche ausgerichtet. Großzügige Fairways, Wasserhindernisse, akkurat vorbereitete Grüns und das imposante Manor House verleihen dem Course einen vollkommen anderen Charakter als den klassischen Linksanlagen an der Küste.

Damit präsentiert Irland beim Ryder Cup ganz bewusst seine golfspielerische Vielfalt. Denn neben seinen weltbekannten Links Courses besitzt das Land auch eine Reihe hervorragender Parkland-Plätze.

Adare Manor in der Grafschaft Limerick: Austragungsort des nächsten Ryder Cups auf irischem Boden Foto: Jack Hardy

Zum zweiten Mal Ryder Cup in Irland

Für irische Golffans ist die Austragung 2027 etwas Besonderes. Erst einmal zuvor fand der Ryder Cup auf der Insel statt. 2006 war The K Club in der Grafschaft Kildare Gastgeber. Damals feierte Europa einen der deutlichsten Siege der Ryder-Cup-Geschichte.

Doch die Verbindung Irlands mit dem Mannschaftswettbewerb reicht deutlich weiter zurück. Irische Spieler haben immer wieder entscheidende Szenen geliefert. Christy O’Connor Junior gehört ebenso zur Ryder-Cup-Geschichte wie Paul McGinley, dessen Putt 2002 den europäischen Erfolg perfekt machte. Später führte McGinley das Team 2014 als Kapitän zum Sieg in Gleneagles. Heute sind es vor allem Rory McIlroy und Shane Lowry, die diese Tradition auf europäischer Seite fortsetzen. Entsprechend dürfte die Stimmung im Adare Manor 2027 außergewöhnlich werden.

Große Namen – aber auch Plätze für Entdecker

Wer wegen des Ryder Cup erstmals über eine Golfreise nach Irland nachdenkt, wird schnell auf einige bekannte Namen stoßen.

Royal County Down, Royal Portrush und Portmarnock zählen seit Jahren zu den international renommiertesten Golfplätzen der Insel. Royal Portrush stand zuletzt durch die Austragung der Open Championship 2025 besonders im Fokus der Golfwelt.

Doch Irlands Reiz liegt gerade darin, dass eine Golfreise nicht ausschließlich aus berühmten Championship Courses bestehen muss.

Plätze wie Ardglass, Carne oder Portsalon besitzen ebenfalls spektakuläre Lagen und typisch irischen Charakter, stehen international jedoch weniger im Rampenlicht. Genau dort kann eine Reise besonders interessant werden. Denn auf vielen kleineren Courses erlebt man noch jene unkomplizierte Golfkultur, die Irland für viele Besucher so sympathisch macht.

Eine Golfreise besteht hier nicht nur aus 18 Löchern

Tourism Ireland möchte die Aufmerksamkeit rund um den Ryder Cup deshalb nutzen, um nicht nur einzelne Golfplätze, sondern das gesamte Reiseerlebnis stärker bekannt zu machen.

Dazu gehören neben dem Golf die Landschaft, Restaurants, Unterkünfte und natürlich die Pub-Kultur.

Alice Mansergh, Chief Executive von Tourism Ireland, beschreibt die Kombination als eines der wichtigsten Argumente für das Reiseland: Weltbekannte Linksplätze und Parkland Courses treffen auf spektakuläre Natur, hochwertige Hotels, Gastronomie und irische Gastfreundschaft.

Und tatsächlich funktioniert Irland als Golfdestination vielleicht gerade deshalb so gut, weil die Runde selten das einzige Erlebnis des Tages bleibt.

Nach 18 Löchern am Atlantik gehört ein Abend im Pub für viele Golfreisende mindestens genauso selbstverständlich zum Programm wie der erste Abschlag am nächsten Morgen.

Ryder Cup 2027 als Einladung nach Irland

Der Ryder Cup im Adare Manor wird im September 2027 zweifellos der sportliche Höhepunkt sein.

Für Golfer könnte das Ereignis jedoch vor allem ein Anlass sein, Irland noch einmal neu zu entdecken.

Denn die Insel besitzt weit mehr als einige berühmte Championship Courses. Gerade die Mischung aus spektakulären Linksplätzen, traditionellen Clubs, Parkland Golf und einer ausgeprägten Golfkultur macht den besonderen Reiz aus.

Wer ausschließlich wegen des Ryder Cup anreist, wird deshalb vermutlich schnell feststellen, dass ein paar zusätzliche Tage eine gute Idee sind. Denn manchmal liegt das interessanteste Golf nicht dort, wo Tausende Zuschauer am Fairway stehen – sondern ein paar Kilometer weiter an der Küste, wo nur Wind, Dünen und der Atlantik die nächste Bahn begleiten.

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